Massive Schäden: Neuer Rückschlag für Verein – Sportlerheim des Kaller SC in Flammen

Von Ramona Hammes

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Von einem Mülleimer griff der Brand laut Polizei vermutlich auf das Sportlerheim über und richtete massiven Schaden an.

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Jakob Priebe

Kall

Was hat der Kaller SC für schwere Zeiten hinter sich. Einst war der Verein eines der fußballerischen Aushängeschilder des Kreises, vor zehn Jahren spielte die erste Mannschaft noch in der Verbandsliga. Doch in den vergangenen Jahren bestimmten Niederlagen und Abstiege die sportliche Nachrichtenlage: Die Kaller waren regelmäßig die Schießbude der Liga, inzwischen sind sie in der Kreisliga C angekommen. Auch im Verein bestimmten Unruhen und Querelen im Vorstand die Themen, Sponsoren gingen verloren, der Verein lag am Boden.

Doch es keimte Hoffnung auf: Mit dem seit Frühjahr amtierenden Vorstand um Wolfgang Kirfel kehrte Ruhe ein. Und auch sportlich gab es am Sonntag in der ersten Runde des Kreispokals „nach gefühlten 100 Jahren“, so Kirfel, endlich wieder Grund zum Jubeln: Gegen den eine Klasse höher spielenden SV Schöneseiffen wurde ein klarer 7:0-Sieg eingefahren.

In der Nacht zum Dienstag mussten die Kaller jedoch den nächsten heftigen Nackenschlag hinnehmen: Ihr Sportlerheim am Platz an der Auelstraße stand in Flammen. Gegen 1 Uhr in der Nacht war einem Zeugen der Brand am Sportlerheim aufgefallen.

50 Feuerwehrleute im Einsatz

Mit rund 50 Einsatzkräften rückten die Feuerwehren aus Kall, Sistig und Wahlen um Einsatzleiter Harald Heinen zur Auelstraße aus. Auch wurden die Drehleiter aus Schleiden, der Atemschutz-Container des Kreis-Brandschutzzentrums, die Besatzung eines Rettungswagens sowie Vertreter der Strom- und Gasversorger zur Einsatzstelle beordert.

Den Feuerschein, so Heinen, habe er bereits sehen können, als er sein Haus verlassen habe. Dennoch stellte dieser Einsatz die Feuerwehrleute nicht vor Probleme, da eine ausreichende Wasserversorgung verfügbar ist und es sich um ein freistehendes Haus handelt. Von außen gingen die Feuerwehrleute gegen die Flammen, die vor allem im Bereich des Dachs wüteten, vor und hatten sie recht schnell gelöscht. Gegen 3 Uhr morgens, so Heinen, habe die Feuerwehr wieder abrücken können.

Nach Angaben der Polizei ist nach derzeitigem Ermittlungsstand davon auszugehen, dass das Feuer von einem in Brand geratenen Mülleimer ausgegangen ist. Die Polizei geht davon aus, dass an dem Vereinsgebäude ein wirtschaftlicher Totalschaden entstanden ist. Der Brandort wurde beschlagnahmt, die Ermittlungen dauern an.

Sanierung hatte gerade begonnen

Noch ist dem Vorstand unklar, ob und was vom Haus zu retten ist. Neben dem Veranstaltungsraum samt Theke, Tischen und Stühlen befanden sich laut Kirfel eine komplett eingerichtete Küche sowie zwei WC in dem Haus. Zum Duschen nutzen die Sportler die Einrichtungen in der gegenüber liegenden Turnhalle.

Besonders ärgerlich ist für den KSC, dass man gerade die Sanierung des Hauses begonnen hatte. Kirfel: „Fenster, Türen und die Räume waren schon frisch gestrichen. Das ist nun alles für die Katz’.“ Als Nächstes wären die Böden und Sanitäranlagen in dem in den 1980er-Jahren gebauten Haus an der Reihe gewesen.

Historie verloren

Was ebenfalls für den Verein schwer wiegt, sind die ideellen Werte: Bilder, Urkunden und Pokale des KSC waren ebenfalls in dem Haus. Was davon das Feuer überstanden hat, steht noch nicht fest. Kirfel: „Aus der Historie ist bestimmt einiges verloren.“

Auch wenn alle Verantwortlichen, so Kirfel am Dienstagvormittag, etwas geschockt seien, sei es nun wichtig, einen klaren Kopf zu behalten. Das betreffe nicht nur die zahlreichen organisatorischen Dinge, die nach dem Brand zu erledigen seien, sondern auch das Sportliche.

Laut Kirfel geht man derzeit davon aus, das Pokalspiel am Sonntag gegen die SpVg Ländchen-Sieberath auf dem Kaller Rasen austragen zu können. Das Heimrecht abgeben wolle man eigentlich nicht – das habe man in der ersten Runde bereits getan, um den Schöneseiffenern die Austragung des Spiels im Rahmen ihres Sportfests zu ermöglichen.

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